11. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Geschlechtsspezifische Medizin

(Wien, 23-03-2018) „Gender im Licht der personalisierten Medizin und PatientInnensicherheit“ ist angesichts der immer geringeren Zeit für die einzelnen PatientInnen im Gesundheitswesen besonders wichtig.
Die Gender Medicine trägt zur Verbesserung der Lebensqualität und PatientInnensicherheit bei, da eine geschlechterbasierte Medizin Fehldiagnosen, falsche Dosierungen und Medikamentennebenwirkungen vermindern kann. Geschlechtssensitive Forschung führt zu besserer Reproduzierbarkeit der Studienergebnisse und dadurch letztlich zu einer höheren PatientInnensicherheit.
Es werden immer häufiger innovative Methoden in der Geschlechterforschung und Integration von Genderaspekten in die Versorgung und Lehre eingesetzt. Wie solche geschlechtsspezifischen Erkenntnisse aussehen können, wurde von Professsorin Mia von Euler in ihrem Vortrag über Sex- und Gender-Unterschiede bei Schlaganfall gezeigt. Professor Peter Klimek berichtete anschaulich vom Potential der Big Data Analysis und Complexity Science beispielsweise um den zukünftigen Gesundheitszustand der gesamten Bevölkerung – die Dimension Geschlecht mitberücksichtigend – vorherzusagen. Wie die Entwicklung nutzerzentrierter geschlechtssensibler Angebote erfolgen kann erklärte Professorin Sabine Oertelt-Prigione.
Doktorin Maria Kletečka-Pulker zeigte auf das nach wie vor Gender-Aspekte in der PatientInnensicherheit von Bedeutung sind: Frauen sind beispielsweise häufiger von Behandlungsfehlern und unerwünschten (vermeidbaren) Ereignissen betroffen. Eine Änderung der gesundheitlichen Benachteiligung soll auch mit dem Aktionsplan Frauengesundheit, welcher von Professorin Beate Wimmer-Puchinger vorgestellt wurde, erfolgen.
Besondere Bedeutung für die personalisierte Medizin und PatientInnensicherheit haben auch Kommunikation und Wahrnehmung. Anhand des SimulationspatientInnen-Programms der MedUni Wien wurde gezeigt wie Studierende auf verschiedenen Gesprächssituationen mit Männern und Frauen vorbereitet werden können. Und Doktor Stefan Riedl erklärte anhand der Intergeschlechtlichkeit, wie die zweigeschlechtliche Wahrnehmung unser Gesellschaft in Frage gestellt wird. Hinzu kommt, allerdings noch die Wahrnehmung der PatientInnen selbst: Als Extrem-Beispiel wurde von Professorin Sabine Völkl-Kernstock die Frage der Identität bei Transgender-Jugendlichen beleuchtet. Das es aber auch grundlegendere Unterschiede in der Wahrnehmung zwischen Männern und Frauen gibt, berichtete Doktorin Marlies Wallner in Ihrem Vortrag über die Wahrnehmung von Lebensmitteln und den menschlichen Geschmackssinn.
Diese und die Poster Session haben eine breite Basis für angeregte Diskussionen rund um eine geschlechtergerechte Medizin geboten.

v.l.n.r.: Univ.-Prof.in Dr.in Anita Holzinger (Schriftführer Stv.in der ÖGGSM), Univ.-Prof.in Dr.in Alexandra Kautzky-Willer (Obfrau der ÖGGSM), Mag.a Beate Hartinger-Klein (Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz), Dr. Jürgen Harreiter (Kassier der ÖGGSM), ); Prim.a Dr.in Hava Bugajer (Gründungsmitglied ÖGGSM, Präsidentin WIZO Österreich), Dr.in Andjela Bäwert (Obfrau-Stv. Der ÖGGSM)

Das Kongressheft zur 11. Jahrestagung finden Sie hier

Jahrestagung 2018

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

kautzky_willer
wir freuen uns, Sie zur 11. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Geschlechtsspezifische Medizin in die Ärztekammer für Wien einladen zu dürfen.

Die kommende Jahrestagung am 23. März 2018 steht unter dem Thema „Gender im Licht der personalisierten Medizin und PatientInnensicherheit“.

Gender Medicine ist eine Erweiterung der personalisierten Medizin, die Frauen und Männer geschlechtssensitiv unter Berücksichtigung sowohl Biologie-basierter als auch psychosozialer Voraussetzungen behandelt. Die Präzisionsmedizin ist Teil der Gender Medicine, die zugleich ganzheitlich Umweltfaktoren berücksichtigt. Die Gender Medicine trägt auch zur Verbesserung der Lebensqualität und PatientInnensicherheit bei, da eine geschlechterbasierte Medizin Fehldiagnosen, falsche Dosierungen und Medikamentennebenwirkungen vermindern kann. Geschlechtssensitive Forschung führt zu besserer Reproduzierbarkeit der Studienergebnisse und dadurch letztlich zu einer höheren PatientInnensicherheit.

Besonders da wir immer weniger Zeit im Gesundheitswesen für immer mehr PatientInnen haben, ist Risikobewusstsein und ein gutes Qualitätsmanagement besonders wichtig. Ist doch unser gemeinsames Ziel die Einbeziehung individueller Gegebenheiten in die Prävention, Diagnostik und Behandlung um die Gesundheit einer jeden Person zu verbessern.

Wir würden uns sehr freuen, wenn wir Sie zur 11. Jahrestagung unserer Gesellschaft in Wien begrüßen dürfen um diese und weitere Themen mit Ihnen diskutieren zu können.

Das Programm finden Sie hier: Progamm der Jahrestagung 2018

Abstracts können noch bis 25. Februar 2018 online eingereicht werden.

Veranstaltungsort ist die Ärztekammer für Wien, in der Weihburggasse 10-12 des ersten Wiener Gemeindebezirks.

Mit besten kollegialen Grüßen

Alexandra Kautzky-Willer

Obfrau der ÖGGSM

 

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Jahrestagung 2017

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

kautzky_willer

wir freuen uns, Sie zur 10. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Geschlechtsspezifische Medizin in die Ärztekammer für Wien einladen zu dürfen.

Die kommende Jahrestagung am 31. März 2017 steht unter dem Thema „10 Jahre Gender Medicine – was bringt das für Mann und Frau?“.

Immer wieder werden Stressreduktion und Stoffwechseloptimierung genannt, wenn es um ein gesundes Leben geht. Doch selten wird darauf eingegangen, dass Stress für jeden und jede etwas anderes bedeutet und jeder und jede anders damit umgeht. Erst langsam wird auch deutlicher auf die Unterschiede im Stoffwechsel von Männern und Frauen eingegangen und die Veränderungen im Lebenszyklus. Dass auch das Gehirn bei Stress und Stoffwechsel mitredet, ist bekannt, welchen Einfluss dabei Geschlechtsidentität und Rollenbilder spielen, und wie sich diese verändern, ist allerdings noch immer unzureichend erforscht.

Wir würden uns sehr freuen, wenn wir Sie zur 10. Jahrestagung unserer Gesellschaft in Wien begrüßen dürfen um diese und weitere Themen mit Ihnen diskutieren zu können.

Das Programm finden Sie hier: Programm der Jahrestagung 2017

Veranstaltungsort ist die Ärztekammer für Wien, in der Weihburggasse 10-12 des ersten Wiener Gemeindebezirks.

Mit besten kollegialen Grüßen
Alexandra Kautzky-Willer
Obfrau der ÖGGSM

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9. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für geschlechtsspezifische Medizin

(Wien, 15-04-2016) „In gesunden und in kranken Tagen … what gender has to do with it?“ Angesichts der aktuellen Flüchtlingsthematik, nach Meinung der Besucher viel.

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v.l.n.r.: Dr.in Andjela Bäwert (Obfrau-Stv. Der ÖGGSM); Univ.-Prof.in Dr.in Alexandra Kautzky-Willer (Obfrau der ÖGGSM); Dr.in Sabine Oberhauser, MAS (Bundesministerin für Gesundheit); Ao. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger (kooptiertes Vorstandsmitglied der ÖGGSM); Prim.a Dr.in Hava Bugajer (Gründungsmitglied ÖGGSM, Präsidentin WIZO Österreich);

„Vor allem aus Sicht der Gender Medicine sind die heterogenen Bedürfnisse von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen besonders zu berücksichtigen“, so Professorin Alexandra Kautzky-Willer, Obfrau der Österreichischen Gesellschaft für geschlechtsspezifische Medizin (ÖGGSM) anlässlich der 9. Jahrestagung in Wien.
Als Einstieg in das Thema geschlechtsspezifischer Unterschiede der menschlichen Gesundheit zeigte die Keynote-Lecture „To run like a girl: Demystifying the gender gap“ von Professorin Schernhammer wie die Definitionen von „sex“ und „gender“ zwischen den verschiedenen menschlichen Gesellschaften variieren. Sie hinterfragte in Ihrem Vortrag auch den „gender gap“ bei führenden Todesursachen kritisch.
Dass es Handlungsbedarf gibt stand bei der Jahrestagung außer Frage. Menschen mit Migrationshintergrund und Flüchtlinge im speziellen sind anderen psychosozial Herausforderungen ausgesetzt, was wiederum Auswirkung auf Ihre Gesundheit hat. Posttraumatische Störungen durch das Erlebte, Sexuelle Gewalt – gegen Männer auch heute noch ein Tabuthema – und Diskriminierung selbst im Medizinstudium sind nur wenige Aspekte welche nicht nur MigrantInnen und Flüchtlinge betreffen.

Die Poster Session sowie drei Plenary Sessions mit eingeladenen Vorträgen zu den Themen Flüchtlinge, Gewalt und chronische Krankheiten, haben eine breite Basis für angeregte Diskussionen rund um eine geschlechtergerechte Medizin geboten. Im Anschluss fand eine von Professorin Wimmer-Puchinger moderierte Diskussionsrunde zum Unterschied von PDE-5-Hemmern und Flibanserin statt.

Das Abstractbook zur 9. Jahrestagung finden Sie hier.